CLASSIC-BLOG DEZEMBER - PROJEKT EARLY 911S

Wie Porsches restauriert werden:
Motor und Innenraum

Standox hat mit Early 911S, einem Fachbetrieb für die Restaurierung klassischer Porsche-Fahrzeuge, ein gemeinsames Projekt gestartet. In vier Folgen berichten wir in Text, Bild und Video über die verschiedenen Schritte einer Oldtimerrestaurierung. Folge 1 behandelt die Demontage des Fahrzeugs, Folge 2 die Reparatur der Karosserie und die Lackierung. In dieser Folge geht es um die Restaurierung des Motors und der Sitze.

Außen hui, aber innen pfui? – Das geht bei der Restaurierung eines Classic Cars natürlich gar nicht. Ein Oldie, der äußerlich wieder tadellos in Schuss ist, freut zwar den Betrachter, aber der Fahrer sitzt nun mal drinnen und will sich dort ebenfalls wohlfühlen. Soll heißen: Ein Großteil einer fachgerechten Autorestaurierung findet unter dem Blech statt: Motor, Getriebe, Radaufhängung, Elektrik und Elektronik, Brems- und Abgasanlage und natürlich der Innenraum.

Der markante Sound eines hochdrehenden Boxermotor macht einen Gutteil der Faszination eines Porsche 911 aus – für echte Fans der Marke ist das reine Musik. Daher kommt der Überarbeitung von Motor, Getriebe und Antriebsstrang besondere Bedeutung zu. Denn machen wir uns nichts vor: Sportwagen wie der 911er wurden (und werden) in der Regel nicht immer zurückhaltend gefahren – sie mussten in ihrem automobilen Dasein oft einiges aushalten. Daher brauchen gerade die Motoren eine gründliche Überarbeitung.

Bei Early 911S überprüft man die Motoren von der ersten bis zur letzten Schraube, ganz egal, ob es sich um einen Serien- oder einen hochgezüchteten Rennmotor handelt. Zur Checkliste gehören beispielsweise die Vermessung aller Komponenten, das Planen und Nachsetzen der Kurbelwellenbohrung, die Zapfen-Entfernung und Erneuerung, die Spülung von Ölkanälen oder die Reinigung, Vermessung und Glasperlenverdichtung von Zylinderköpfen. Ist ein Teil nicht mehr zu retten, können die Techniker von Early 911S in den meisten Fällen auf Original-Teile aus ihrem gut sortierten Lager zurückgreifen.

Gleiches gilt in aller Regel für das Fahrzeuginnere: Auch Armaturenbrett, Türverkleidungen, Autoteppiche, Fußmatten und Dachhimmel brauchen eine Frischzellenkur. Das betrifft vor allem die Sitze, denn jahrzehntelange „Besetzung“ macht sich bemerkbar: Sitze weisen oft deutliche Altersspuren auf, etwa abgewetzte, gerissene und verschrammte Bezüge, aufgeplatzte Nähte und durchgesessene Polster. Ihre Restaurierung ist eine Arbeit für hochqualifizierte Handwerker, oft externe Spezialisten. Bei Early 911S hat man jedoch eine eigene Sattlerei, die sich nicht nur um die Sitze, sondern auch um Rahmen und Sitzverstellungsmechanik kümmert. Sie verarbeiten Polster, Leder und Textilien, die denen des Originals entsprechen.

Jetzt fehlt noch ein besonders „fummeliger“ Teil einer Oldtimer-Restaurierung: Denn ohne Strom nix los. Über die Neuverkabelung der Fahrzeugelektrik berichten wir in unserer nächsten Folge.

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