Pfeffer weiß das: Seit wann gibt es eigentlich Serienlackierungen?

Porsche 911

Als Käufer eines Neuwagens hat man bestimmte Bilder davon im Kopf, wie das Fahrzeug in der Fabrik gefertigt und lackiert wurde. Fast jeder kennt die Aufnahmen von Roboterarmen, die die brandneue Karosserie in einen Nebel von Farbpigmenten einhüllen. Doch wie verlief eigentlich die Entwicklung von der Erfindung des Autos bis zur heute bekannten Serienlackierung?

Mit Pinsel und Rolle

Bis weit in die 1920er Jahre war es üblich, jedes Teil erst nach der Montage zu lackieren – und zwar von Hand mit Rollen und Pinseln. In Kombination mit der ziemlich langen Trocknungszeit der damals verwendeten Leinöl-Farben sorgte dies mit zunehmender Nachfrage nach Autos für große Probleme bei den Produzenten.

Durchbruch durch schnelltrocknende Lacke

Den Durchbruch brachten die Ende der 1920er Jahre entwickelten Alkydharz- oder Kunstharzlacke. Diese trockneten schneller und ermöglichten daher die Produktion größerer Stückzahlen. Dies ging ab der 1950er Jahren mit den neuen Nitrolacken nochmal ein Stück besser. Übrigens: Die Entwicklung der Autolacke habe ich bereits in einem anderen Beitrag beleuchtet.

Citroën als Pionier

Doch bereits vorher – im Jahr 1919 – etablierte Citroën bei der Produktion des 5CV die erste Lackierung, die zu einem Markenzeichen werden sollte: zitronengelb. Opel folgte 1923 mit dem froschgrünen 4 PS, einem offensichtlichen Plagiat des 5CV. Aber erst ab 1946 setzten sich solche farbenfrohen Lackierungen in der Masse durch.

Die Roboter übernehmen

Ab Mitte der 1980er Jahre gab es dann eine weitere Revolution – dieses Mal allerdings eine technische: – Roboter nahmen Einzug in die Werke der Autohersteller. Nur noch einzelne Teile mussten nun von Hand lackiert werden. Seitdem verläuft die Serienlackierung von Autos also in der uns heute geläufigen Weise.