Pfeffer weiß das: Was Nagellacke mit Autolacken zu tun haben

Nur dank der Erfindung von Autolacken konnten Nagellacke ihren Durchbruch schaffen

Zwei Lack-Arten – eine gemeinsame Geschichte.

Lacke gibt es viele – egal ob für Autos, Metall, Holz oder für Schiffe. Doch zwei Lack-Arten haben eine besondere Geschichte miteinander: Nagellacke und Autolacke. Erstere würde es in der heutigen Form ohne letztere nämlich wahrscheinlich gar nicht geben.

Die lange Geschichte der Maniküre

Zwar bemalten sich bereits im alten China und auch noch im Frankreich des beginnenden 20. Jahrhunderts Menschen die Nägel, doch ihren globalen Durchbruch schaffte diese Art der Maniküre erst dank einer technischen Revolution – die ihren Ursprung vor allem in der Erfindung der Autolacke hatte. Die Entwicklung der ersten Autolacke habe ich übrigens in einem anderen Beitrag bereits beleuchtet.

Vom Auto- zum Nagellack

Mit den Autolacken kamen nämlich erstmals stark deckende Pigmente ins Spiel. Das Bruderpaar Joseph und Charles Revson erkannte das Potenzial dieser Neuerung und entwickelte gemeinsam mit dem Chemiker Charles Lachman 1932 den ersten Nagellack, der unter dem Namen Revlon vermarktet wurde – einer Kombination aus dem Nachnamen Revson sowie dem Anfangsbuchstaben von Lachman.

Langlebiger, farbintensiver und deckender

Die Lacke von Revlon lösten die zu Beginn des 20. Jahrhunderts verwandten Cremes und Puder ab, die nur sehr kurz hielten und darum ständig erneuert werden mussten. Dank der Autolack-Pigmente hielten die Revlon-Produkte nun um einiges länger. Weitere Vorteile: Ihre Nagellacke waren farbintensiver und ermöglichten ein deckendes und streifenfreies Auftragen. Durch die einfache Benutzbarkeit sowie lange Haltbarkeit schaffte der Nagellack seinen Durchbruch. Auch hundert Jahre später sind lackierte Nägel noch omnipräsent. Somit war die (Weiter-)entwicklung des Autos und seiner Bestandteile nicht nur eine technische, sondern indirekt auch eine modische Revolution. Ob Carl Benz damit wohl gerechnet hätte…