Pfeffer weiß das: Wieso Chauffeure früher so viel poliert haben

Erst mit Wasserbasislacken musste nicht mehr so viel poliert werden.

Heute werden Oldtimer auch mit Wasserbasislacken lackiert.

Diese Szene in alten Filmen kennt wohl jeder: Ein Chauffeur steht wartend an seiner Limousine und wischt mit einem Tuch über die offensichtlich total saubere Karosserie des Fahrzeugs. Wer jetzt denkt, dabei handelt es sich um ein plumpes Filmklischee, irrt sich: Dieser Spleen hatte tatsächlich einst einen Sinn.

Die ersten Autolacke

Bevor nämlich die heute zumeist verwendeten wasserbasierten Autolacke zum Einsatz kamen, wurden die Oberflächen von Autos mit anderen Materialien versiegelt. Von Farben auf Leinölbasis über Lacke aus verflüssigtem Bernsteinharz.

Eine Bindemittel-Revolution

Erst nach dem Ersten Weltkrieg kam es zu einer kleinen Revolution mit dem Namen Nitrocellulose. Dabei handelt es sich um ein damals neuartiges Lackbindemittel, das als Nebenprodukt bei der Schießpulverherstellung anfiel. Die Besonderheit: Lacke auf Basis von Nitrocellulose trocknen sehr schnell und waren daher wie geeignet für die Fließbandproduktion von Autos.

Matter Lack

Einen entscheidenden Nachteil hatten diese Lacke allerdings: Unter anderem durch die Reibung des Fahrtwindes sind sie vermattet und mussten deshalb poliert werden. Auch an alten E-Gitarren ist dieses Phänomen zu erkennen. Und genau aus diesem Grund standen Chauffeure in den 1920er und 1930er Jahren (und im Falle von besonderen Fahrzeugen wie dem Rolls Royce Phantom) sogar bis in die 60er Jahre mit einem Lappen neben ihren Autos