Für Elise

Lotus Elise S1

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Wohl wenige Namen stehen derart für Exklusivität wie der des Sportwagenherstellers Lotus. Einen Wagen des britischen Unternehmens auf deutschen Straßen zu erblicken, grenzte lange an eine Sensation. Erst mit der 1995 vorgestellten Lotus Elise änderte sich das ein wenig.

Gewichtsarmer Fahrspaß

Purer Fahrspaß ohne Schnickschnack – so lässt sich die Erfolgsformel der Elise am besten zusammenfassen. Der kleine Zweisitzer wiegt dank seiner Glasfaser-Karosserie noch nicht einmal 800 Kilogramm. Für zusätzliche Gewichtseinsparung sorgten das Fehlen elektronischer Assistenzsysteme, einer Servolenkung, eines Bremskraftverstärkers sowie von Airbags.

Wie im Rennwagen

In der Standardversion Elise 111 konnte der Sportwagen daher trotz seines verhältnismäßig kleinen 122-PS-Motors eine Höchstgeschwindigkeit von 202 km/h erreichen. Dank der ausreichend sportlich straff eingestellten Federung und Dämpfung sowie der oben schon genannten fehlenden Bremskraftverstärkung fühlt sich eine Fahrt mit der Elise an, als säße man in einem Rennwagen.

Halb so teuer wie ein Porsche 911

In Kombination mit dem relativ geringen Kaufpreis – die Hälfte der Kosten eines Porsche 911 – konnte Lotus mit der Elise einen damals dringend benötigten Verkaufsschlager auf den Markt bringen.

Lotus‘ schwere finanzielle Krise

Denn Anfang der 90er geriet das Team Lotus, der legendäre Formel 1-Rennstall des Unternehmens, in eine gewaltige finanzielle Schieflage, die schließlich in einer Insolvenz gipfelte. Auch der Autoherstellungs-Zweig Lotus Car Ltd. machte eine schwere Krise durch. Einzig Lotus Engineering Ltd., das hauptsächlich andere Hersteller beratende Ingenieurbüro des Unternehmens, warf Gewinn ab.

Neuer Eigentümer

So kam es, dass Bugatti unter seinem CEO und Eigentümer Romano Artioli die beiden letztgenannten Lotus-Sparten im Jahr 1993 aufkaufte. In nur zwei Jahren und mit einem lächerlich geringen Budget von lediglich 5 Mio. Pfund entwickelte ein Team um die Ingenieure Richard Rackham, Russell Carr, Tony Shute und Julian Thompson ein Fahrzeug mit dem Arbeitstitel M111, das 1995 erstmals auf der IAA in Frankfurt am Main präsentiert wurde – unter dem Namen „Elise“. Diese Modellbezeichnung war der Enkelin von Romano Artioli gewidmet, die Elisa hieß.

Eine echte Erfolgsgeschichte

Nur wenige Monate nach der ersten Auslieferung im August 1996 wurde Lotus übrigens bereits an die malaysische Firma Proton weiterverkauft (heute hält ein chinesischer Autohersteller die Lotus-Mehrheit). Die Produktion der Elise S1 ging noch bis 2001 weiter: Insgesamt 10.000 Exemplare des Roadsters wurden in diesem Zeitraum hergestellt; ursprünglich geplant war eine Stückzahl von 2.700. Diese Erfolgsgeschichte setzte sich noch bis in das Jahr 2021 fort, als die letzte Modellreihe 3 schließlich eingestellt wurde.