Japanischer Boxer verliert gegen die EU

Ein Subaru Impreza WRX STi mit Rallye-Lackierung.

Blauer Lack, goldene Felgen – klingelt es da bei Ihnen? Richtig, das war das unverwechselbare Finish des  Subaru Impreza WRX STI. In den 90ern gewann der allradgetriebene Japaner mit seinem PS-gewaltigen Boxermotor (!) ein Rallye-Rennen nach dem anderen. Doch einen Gegner konnte er nicht besiegen: die Europäische Union.

Weltmeisterlich mit Colin McRae

In der Entfernung ertönt ein Wummern und Dröhnen. Dann wird der Sound lauter – und da kommt er: Ein blauer japanischer Sportwagen driftet mit querstehenden Reifen und atemberaubender Geschwindigkeit durch die Kurve, röhrt am Betrachter vorbei und verschwindet sogleich wieder aus dem Blickfeld.

So ähnlich dürfte das Publikum bei der Rallye-Weltmeisterschaft 1995 den ersten Auftritt von Colin McRaes Subaru Impreza WRX STI erlebt haben. Die weltmeisterliche Performance in Kombination mit dem spektakulären Äußeren des Autos – ozeanblauer Lack, goldene Felgen, ausgestellte Kotflügel, große Hutze auf der Motorhaube, riesiger Spoiler – blieben im Kopf.

Warten auf den Turbo-Boxermotor

Doch die europäische Sportwagengemeinde musste sich noch bis 2001 gedulden: Pünktlich zur IAA startete Subaru den Verkauf der zweiten Generation in Europa – die erste war bereits 1994 in Japan auf den Markt gekommen. Aber das Warten lohnte sich. Die 265 PS des bockstarken Turbo-Boxers ermöglichten Geschwindigkeiten von über 250 km/h; in nicht einmal sechs Sekunden beschleunigte der Wagen auf 100 Kilometer pro Stunde.

Besiegt von der EU

Subaru entwickelte den Rallyestar in den weiteren 17 Jahren seiner Existenz munter weiter, selbst nach dem finanzbedingten Ausstieg aus der Rallye-Weltmeisterschaft 2008. In den letzten Generationen fehlte dem Modell daher der Rennsport-Look. Die Leistung aber blieb atemberaubend.

Allerdings war „atemberaubend“ hier durchaus auch wörtlich zu nehmen. Denn der WRX STI war alles andere als schadstoffarm: Um die 150 Gramm pro Kilometer stieß der Bolide aus – zu viel für die Emissionsnormen der EU. Eine Überarbeitung des Motors wäre teuer geworden, daher kapitulierte Subaru 2018 und nahm sein legendäres Muscle Car in Europa vom Markt. Dagegen hätte selbst Colin McRae nichts ausrichten können …