Classic Cars mit Hollywood-Glamour

Vor einigen Wochen wurde im Auktionshaus Bonhams ein weißes Buick Roadmaster-Cabrio, Baujahr 1949, versteigert. Seine Besonderheit: Es handelte sich um jenen Straßenkreuzer, in dem Tom Cruise und Dustin Hoffman in dem Film „Rain Man“ quer durch die USA fuhren. Der Buick erbrachte 335.000 Dollar, deutlich mehr als der ursprüngliche Schätzpreis – seine Hollywood-Vergangenheit wirkte sich preissteigernd aus. 

Ähnlich wie Autos mit VIP-Vorbesitzern können auch Filmauftritte den Wert von Autoklassikern um ein Vielfaches steigern – und das sogar, wenn es sich gar nicht um das originale Filmfahrzeug handelt. Das wohl bekannteste Beispiel sind die Autos aus den James-Bond-Filmen. Sie genießen Kultstatus, vor allem der berühmte Aston Martin DB5, den 007 zu Anfang seiner Agentenkarriere in „Goldfinger“ fuhr. Eins der beiden Fahrzeuge, die in dem Film zum Einsatz kamen, wurde 2010 für fast drei Millionen Euro versteigert. 

In einer Storage-Garage vergessen 

Noch bemerkenswerter ist die Geschichte des Lotus Esprit S1 aus dem Bond-Streifen „Der Spion, der mich liebte“ von 1977: Das Filmfahrzeug war nach dem Dreh in einer New Yorker Storage-Garage eingelagert und danach schlicht vergessen worden. Jahre später ersteigerte ein Ehepaar auf gut Glück für 100 Dollar den Inhalt der verschlossenen Garage – und fand darin zu seiner Überraschung einen weißen Lotus vor. Die Begeisterung der Käufer kann man sich vorstellen, erst recht, als sich herausstellte, dass es sich tatsächlich um das berühmte Filmfahrzeug handelte. Die 100 Dollar waren jedenfalls gut angelegt: 2013 verkaufte das Ehepaar den Wagen für fast eine Million Dollar weiter.  

Ein ähnlich legendäres Filmfahrzeug ist der DeLorean DMC-12. Der Sportwagen aus den 80er-Jahren war als Serienfahrzeug ein kompletter Flop und wäre längst vergessen, wenn er nicht in der Blockbuster-Trilogie „Zurück in die Zukunft“ eine tragende Rolle gespielt hätte. Dank dieses Ruhms werden noch existierende Exemplare der silbernen Edelstahl-Flunder heute zu stolzen Preisen gehandelt. Eines der fünf Fahrzeuge, die in „Zurück in die Zukunft“ zu sehen waren, erzielte auf einer Versteigerung einen Preis von rund 540.000 Euro. Fun Fact am Rande: Der heutige Besitzer der DeLorean-Markenrechte hat kürzlich angekündigt, 2022 ein neues Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Spritsparende Zeitreisen werden damit zwar kaum möglich sein, aber immerhin: Der neue DeLorean soll elektrisch angetrieben werden. 

Steve McQueens sagenhafter Mustang 

Rasante Autoverfolgungen gehören in vielen Action-Movies aus US-Produktion einfach dazu. Als Klassiker dieses Genres gilt „Bullitt“ aus dem Jahr 1968, in dem Steve McQueen mit einem grünen Ford Mustang Fastback durch San Francisco rast. Die beiden Mustangs, die bei der wilden Jagd zum Einsatz kamen, existieren noch. Einer wurde vor zwei Jahren für stolze 3,74 Millionen Dollar verkauft – was ihn zum teuersten Mustang aller Zeiten macht. 

Die Musik-Komödie „Blues Brothers“ bescherte einem rostigen, verbeulten Dodge Monaco Sedan einen festen Platz in der Filmgeschichte. Für den Streifen aus dem Jahr 1980 wurden vermutlich mehr Autos demoliert als für jede andere Hollywood-Produktion. Ein einziger Dodge soll die wahnwitzige Crash-Orgie überlebt haben – dieses „Bluesmobile“ befindet sich heute angeblich im Besitz einer Event-Firma in Chicago. Kein Problem für Fans, die mehr Wert auf Optik als Originalität legen: Inzwischen gibt es Anbieter, die das urige Vehikel filmgetreu nachbauen. Ein solches Exemplar war vor einigen Jahren auf den Classic Days in Schloss Dyck am Niederrhein zu bewundern (s. Bild oben). 

Hollywood-Bonus sogar für Nachbauten 

Die Kosten für geschrottetes, demoliertes Autoblech, selbst von sündteuren Luxusfahrzeugen, nimmt man in Hollywood meist locker in Kauf. Doch es gibt Ausnahmen: In der Komödie „Ferris macht blau“ von 1986 sollte laut Drehbuch am Schluss ein rassiger Ferrari 250 GT California Spyder aus dem ersten Stock stürzen und zu Bruch gehen. Als die Produzenten jedoch erfuhren, was Ferraris dieser Baureihe wert sind (vor einigen Jahren wurde ein Exemplar für über 14 Millionen Euro versteigert!), zogen sie es vor, für die Dreharbeiten drei Kopien aus Fiberglas fertigen zu lassen. Selbst solche Nachbauten profitieren vom Hollywood-Bonus: Als 2013 einer der Pseudo-Ferraris unter den Hammer kam, zahlte ein Filmfan dafür immerhin noch stattliche 230.000 Dollar.