Der sportliche Polo aus Spanien

Ibiza – so heißt nicht nur eine kleine spanische Insel, sondern auch der bekannteste Kleinwagen des spanischen Autoherstellers SEAT. Während der Ur-Ibiza Anfang der 1980er noch eine Eigenentwicklung war, hatte bei der zweiten Generation VW maßgeblich seine Finger im Spiel. 

Als der SEAT Ibiza I im Jahr 1984 auf dem Pariser Autosalon vorgestellt wurde, hätte wohl niemand gedacht, dass sein Nachfolgemodell einmal die Rallye-Weltmeisterschaft gewinnen würde. Denn eigentlich entstand der Ibiza aus purer Not: Bis 1983 war SEAT nämlich kein Automobilentwickler, sondern in erster Linie Lizenzhersteller von FIAT-Fahrzeugen. Mit der Trennung von den Italienern ging dem Konzern allerdings das Geld aus. Mit der ersten Eigenentwicklung – dem Ibiza I – gelang nicht bloß die Rettung, sondern sogar ein richtiger Verkaufshit.

Genau wie bei der ersten Generation zeichnete sich auch bei der zweiten der italienische Designer Giorgio Giugiaro für das Aussehen der Karosserie verantwortlich. Doch im Inneren des Ibiza glich das Fahrzeug nun weitgehend dem Polo 6N des Mutterkonzerns VW, der SEAT 1986 komplett übernommen hatte. In Südafrika wurde er gar mit VW-Logo im Kühlergrill unter dem Namen Polo Playa verkauft.

Doch seinen Ruf als Billig-Volkswagen konnte der Ibiza II schnell abstreifen. Denn in puncto Ausstattung und Technik konnte die im neuen Werk in Matorell hergestellte Baureihe sehr von den aus Wolfsburg gelieferten Qualitätsbauteilen profitieren

Doch nicht nur das: Sogar als Kompaktsportler machte der Ibiza II Furore: Ab 1994 war er als GTI-Version mit 130 PS verfügbar. Und diese Entwicklung sollte weitergehen. Schon zwei Jahre später spendierten die Spanier ihrem Flitzer in der CUPRA-Version nochmal 20 PS mehr, im Jahr 2000 kam ein Jubiläumsmodell mit 156 PS auf den Markt. Diese Leistung wurde nur noch getoppt vom kurz vor Einstellung der Baureihe veröffentlichten und insgesamt nur 200 Mal produzierten Ibiza Cupra R mit 180 PS!

Kein Wunder, dass der Ibiza II in den Jahren 1996, 1997 und 1998 die 2-Liter-Klasse der FIA Rallye-Weltmeisterschaft dominierten. Doch auch abseits des Motorsports war der Ibiza II ein echter Dauerbrenner. Mit über 1,5 Millionen verkauften Fahrzeugen von 1993 bis 2002 konnte er sogar den Erfolg des Ibiza I übertreffen. Kein Wunder, dass man den spanischen Flitzer auch heute noch regelmäßig auf den Straßen sieht.