Schicker Kleinstwagen

Foto: Messe Moribunt

Mit dem Ka stellte Ford Mitte der 90er-Jahre einen der Prototypen einer neuen Generation von „Kleinstwagen“ vor. Der optisch durchaus gewagte Entwurf entpuppte sich als Dauerbrenner – und kann selbst heute, über 20 Jahre später, noch überzeugen.

Autos werden von Menschen gemacht, dennoch gilt auch für sie scheinbar eine Regel von Mutter Natur: Sie wachsen. In der Autobranche gehört es sozusagen zum guten Ton, dass ein Fahrzeug bei jedem Modellwechsel um ein paar Zentimeter in der Länge und Breite zulegt. Das galt auch für den Ford Fiesta, der 1976 erstmals vorgestellt wurde. Bis Mitte der 90er-Jahre war das ursprünglich nur knapp 3,5 Meter lange Wägelchen im Zuge mehrerer Modellwechsel um fast 20 Zentimeter in der Länge und sechs Zentimeter in der Breite „gewachsen“. Und die folgende Generation, das war bereits absehbar, würde noch größer werden. Das brachte die Ford-Entwickler auf die Idee, unter dem Kleinwagen eine neue Fahrzeugklasse zu etablieren. Gesagt, getan: Ab 1996 war das Ford-Einsteigermodell nicht mehr der Fiesta, sondern der „Kleinstwagen“ Ka (der allerdings schon beim Start größer war als der Ur-Fiesta).

Die Form des Ka mit ihren üppigen, gerundeten Linien, in die Scheinwerfer eingebettet waren, die wie scharfkantige Glasscherben wirkten, galt damals als futuristisch. Ebenfalls auffällig: Trotz seiner Kompaktheit hatte der Wagen einen relativ großen Radstand. Das lag daran, dass er am Heck fast keinen Karosserieüberhang hatte – es sah fast so aus, als drücke sich die Hinterachse gleich aus dem großen Kunststoff-Stoßfänger heraus.

Diese mutige Optik war zukunftsweisend und sorgte dafür, dass die erste Ka-Baureihe bis 2008 ohne große äußere Änderungen gebaut werden konnte – eine bemerkenswert lange Laufzeit, gerade im Kleinwagensegment. In diesen zwölf Jahren liefen im spanischen Valencia rund 1,5 Millionen Ka vom Band.

Der Zuspruch der Käufer ermutigte Ford dazu, im Laufe der Jahre zahllose Sondermodelle zu entwickeln. Sie wiesen zusätzliche optische oder technische Features auf, angefangen bei lackierten Stoßfängern und Rückspiegelgehäusen bis hin zu ABS und Zentralverriegelung (beides damals noch nicht selbstverständlich), Klimaanlage oder einem elektrischen Faltdach. Die bekanntesten Varianten waren der einfacher ausgestattete und besonders günstige Ka Student und der stärker motorisierte Sportka. Die auffälligste Version war jedoch zweifellos das schicke Cabrio Streetka, das aber eigentlich kein echter Ka-Ableger, sondern ein völlig eigenständiges Fahrzeug war.

Gebrauchte Ford Ka sind noch in großer Zahl und zu moderaten Preisen erhältlich. Allerdings ist eine Portion Vorsicht angebracht: Laut Pannenstatistik des ADAC weist der Ka ein „breites Mängelspektrum“ auf. Vor einem Kauf sollte man das Fahrzeug gründlich überprüfen lassen, am besten in einer Fachwerkstatt.